Wie der Heizkalender spart — Berechnung:
Der Heizkalender spart durch intelligente Steuerung der Heizung bei sporadisch genutzten Räumen.
Man kann von 15 bis 25% Ersparnis ausgehen.
Der Energiebedarf eines Hauses hängt ab von der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen und dem Isolationsgrad des Gebäudes. Der Heizkalender spart, weil er außerhalb der Nutzungszeit die Raumtemperatur absenkt. Je schlechter das Haus isoliert ist umso mehr wird gespart.
Das folgende Rechenbeispiel soll das Sparpotential plausibel machen. Die Richtigkeit hat sich in der Praxis am Gemeindegebäude Stadtmission Arheilgen bewiesen.
Statt durchzuheizen, wird die Raumtemperatur niedrig gehalten.
Statt 21°C nun 16.5°C Grundtemperatur, das sind 4,5 °C. weniger.
Vorteilhafter Weise wird der allgemeine Energiebedarf von Heizperioden öffentlich statisch erfasst.
Das IWU ermittelt die Gradtagszahl (RHDD). Es werden zu unterschiedlichen Orten die in Heizperioden auftretenden Differenzen zwischen der Raumtemperatur und dem Tagesmittel der Außenlufttemperatur erfasst, aufsummiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt; Link: https://gradtage.iwu.de/
RHDD = Gradtagzahlen (room heating degree days) Einheiten: [Grad * Tage] bzw. [Kd] oder [KelvinDay].
Folgende RHDD-Werte gelten für Darmstadt (Mittelwert aus 20 Heizperioden bei einer Heizgrenz-Temp. von 15 °C).
Wird mit 21,0°C durchgeheizt, dann ist RHDD = 3457 GradTage/Jahr
Wird mit 16,5°C durchgeheizt, dann ist RHDD = 2359 GradTage/Jahr,
Obige Werte haben eine Differenz von 1098, das wären also 32% Ersparnis.
Beispiel: Wird ein Haus oder ein Raum durch den Heizkalender wie folgt beheizt:
1,5 Tage / 7 Tagen mit 21,0°C: RHDD = 741
5,5 Tage / 7 Tagen mit 16,5°C: RHHD = 1853
Obige Werte ergeben sich aus:
1,5/7*3457=741 und 5,5/7*2359=1.853
Das ergibt in Summe 741+1853=2.594 (beim Heizen mit Heizkalender)
statt 3457 GradTage/Jahr (wenn durchgeheizt wird).
3457-2.594=863 GradTage/Jahr werden gespart. 863/3457=0,25 = 25%
Also sind das 25% Ersparnis.
Um einen monetären Wert zu erhalten, muss man die Energierechnungen (Euro) der letzten Jahre nehmen und dann damit den Ersparniswert ermitteln.
Dieses Beispiel bezieht sich auf ein ganzes Haus oder auf einen Raum. Will man mehrere Räume unterschiedlich beheizen, dann darf man eine solche Berechnung für jeden Raum machen und am Schluss die Ergebnisse aller Räume addieren, damit man den Wert für das Haus insgesamt hat. Bei dieser Addition sollte man die Werte der einzelnen Räume bezüglich ihrer Fläche gewichten, also des prozentual Anteils im Hauses multiplizieren.
Diese Berechnung ist natürlich stark vereinfacht man erhält nur einen pauschalen Vergleichswert. Dieser Wert reicht aber aus, um zu entscheiden, ob man den Heizkalender und die Funkthermostate installiert oder nicht. Eine exakte Berichtigung kann nur über eine tatsächliche Wärmerechnung durch den Fachmann erfolgen.
Je flinker die Heizung ist und je schlechter das Haus isoliert ist je größer ist Einsparung.
Je besser das Haus isoliert ist und je träger die Heizung (Fußboden-, Niedertemperatur-Heizung) umso geringer ist der Spareffekt.
Über das Hochheizen:
Theoretisch ist im luftleeren Raum die Energie beim Hochheizen die gleiche wie beim Abkühlen.
Praktisch hat die Heizung aber einen Verlust bringenden Wirkungsgrad, der nur beim Hochheizen greift.
Die Energie der Abkühlphase ist nutzlos.
Die Energie der Hochheizphase wird beeinträchtigt durch den Wirkungsgrad der Heizung, dem Verlust bei der Isolierung des Hauses und dem Aufwärmen der Wände und Gegenstände des Raumes.
Je schlechter ein Haus (Altbau) isoliert ist, je flinker die Heizung und je weniger es benutzt wird umso effizienter wirkt der Heizkalender.
Je besser ein Haus isoliert ist, je träger die Heizung (Niedertemperatur-, Fußboden- Heizung) ist und je mehr es benutzt wird umso weniger wirkt der Heizkalender.
Hinweis: Wenn das Haus über größere Zeiträume nicht genutzt wird, kann die eine verbesserte Isolierung durch den Heizkalender weniger notwendig werden, weil durch die Temperaturabsenkung weniger Wärme verloren geht.
Der Heizkalender kann die energetische Sanierung eines Hauses weniger dringlich machen.


